Die Stadt Oberndorf am Neckar (mit den Eingemeindungen Aistaig, Altoberndorf, Beffendorf, Bochingen, Boll und Hochmössingen seit der Gebietsreform von 1975) hat rund 14500 Einwohner und steht auf wahrhaft geschichtsträchtigem Boden, besser gesagt, ein heutiger Ortsteil der Gesamtstadt, nämlich Bochingen. Dort wurde in mehreren Grabungskampagnen in den 80er-Jahren eine „Villa rustica“, ein römischer Gutshof freigelegt. Die als ganzes Stück umgestürzte Giebelmauer eines Hauses gibt Aufschluss über die Dimensionen von Gebäuden, die um 100 n.Chr. in der römischen „Provinz“ errichtet worden sind. Die Römerstraße von Rottweil (Arae Flaviae) nach Sumelocenna (Rottenburg am Neckar) führte unmittelbar am jetzigen Stadtteil Bochingen vorbei.

Bei Ausgrabungen in Beffendorf wurden keltische Gräberfelder entdeckt.

Der Name der heutigen Stadt Oberndorf wird zum ersten Mal im Jahr 782, also in der Regierungszeit Karls des Großen, in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erwähnt.

Jahrhunderte ohne urkundliche Belege über Oberndorf vergingen, doch muss sich diese Ansiedlung, die aus geografischen Gründen immer aus zwei Teilen („Tal“ und „Städtle“ im heutigen Sprachgebrauch) bestanden hat, gut entwickelt haben, denn 1251 haben die Herzöge von Teck dieser Ansiedlung das Stadtrecht verliehen.

Stete Besitzerwechsel bis in die Neuzeit kennzeichnen das Schicksal Oberndorfs ebenso wie verheerende Stadtbrände in den Jahren 1612, 1699, 1780 und 1842/43. Nach vielen Jahren der Zugehörigkeit zu habsburgisch Vorderösterreich wurde Oberndorf im Zuge der napoleonischen Neuordnung Europas 1805 dem Königreich Württemberg zugeschlagen.

Von nicht zu überschätzender Bedeutung ist, dass 1811 König Wilhelm I. die Königlich Württembergische Gewehrfabrik in der Stadt gegründet hat. Die Voraussetzungen dazu waren optimal. In dem seit der Säkularisation leerstehenden Augustinerkloster standen Räume zur Verfügung, der Neckar war idealer Energieträger. Die Waffenfabrik, seit 1872 das Unternehmen der Brüder Paul und Wilhelm Mauser, war seit dieser Zeit bis heute immer schicksalhaft mit der Geschichte der Stadt Oberndorf verbunden.

Die Klosterkirche der Augustiner wurde trotz vielfacher Fremdnutzung nie gänzlich ausgelöscht, wenn auch Mitte des 20. Jahrhunderts ein Abbruch dieses Bauwerkes angedacht war. Nur kurze Zeit, 1778 bis 1803 konnte die Kirche, die den Übergang vom späten Rokoko zum Klassizismus zeigt, als Gotteshaus genutzt werden. Heute ist die ehemalige Klosterkirche (Baumeister Christian Großbayer, Stuck: Andreas Henckel, Fresken: Johann Baptist Enderle) ein Veranstaltungsraum, um den Oberndorf viel beneidet wird.

Mehrere Kindergärten, Grund- und Hauptschulen, Gymnasium, eine Förderschule, ein Berufsbildungszentrum und ein breites VHS-Angebot bieten ein entsprechend breites Bildungsangebot

In zwei Bänden „Geschichte der Stadt Oberndorf a. N.“ ist die Historie der Stadt gründlich dokumentiert.

Ein beheiztes Freibad, Finnenbahn, Sportstadion, Minigolfplatz und ein Stellplatz für Wohnmobil-Touristen runden das Freizeitangebot ab.

Auch gastronomisch ist eine breite Angebotspalette geboten.

Oberndorf am Neckar ist immer einen Besuch wert.

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